Offen: Di-So + Feiertage 13:00–17:00, Glasbläser ab 14 Uhr

Mission und Geschichte

Unsere Ziele

Wir machen den Werkstoff Glas lebendig.
Wir zeigen seine Vielfalt – seine Geschichte, Herstellung, Verarbeitung und Verwendung.

Wir lassen Kinder und Jugendliche den Werkstoff Glas durch interaktive Glas-Spielstationen selbständig entdecken.

Wir verstehen uns als Plattform für Bildung, Forschung und Wirtschaft.

Wir laden Sie dazu ein, Glas mit allen Sinnen zu begreifen – vom Staunen bis zum Selbst-Ausprobieren.

Unsere Geschichte

Das GLASMUSEUM WERTHEIM geht zurück auf eine Initiative des Glasphysikers und Glasunternehmers Dr. Hans Löber (1900 – 1978) aus Thüringen. Zusammen mit einer Gruppe thüringischer Glasfachleute, die sich nach 1945 in Wertheim ansiedelten, gründete er 1950 das „Glaswerk Wertheim“ (1950 – 1993, heute: DWK Life Sciences GmbH (DURAN-WHEATON-KIMBLE) und legte damit den Grundstein für die in Wertheim ansässige Laborglasindustrie. 1973 schloss er sich mit Mitgliedern der Wertheimer Laborglasindustrie zusammen und bildete den Trägerverein Wertheimer Glasmuseum e. V. (heute: GLASMUSEUM WERTHEIM e. V.).

Glasstadt Wertheim

Wertheim ist heute nach Mainz das zweitgrößte Zentrum der deutschen Laborglasindustrie.
Begonnen hat diese Entwicklung um 1950 mit dem Bau einer Glashütte. Fünf Glasunternehmer aus Thüringen sicherten sich damit ihre Rohstoffquelle: Rudolf Brand, Dr. Fritz Friedrichs, Josef Friedrichs, Dr. Hans Löber und Carl Zitzmann. Im April 1950 schmolzen sie im neu gegründeten „Glaswerk Wertheim“ das erste Glas. Damit startete die Stadt Wertheim das Projekt „Glasindustrie Wertheim“. Mit die ersten, die auf Wertheimer Boden Wertheimer Glas verarbeiteten, waren die Firmen Alfi, Amarell, Brand, Graf, Helios, Normschliff und Schneider. Nur kurze Zeit später belieferte das „Glaswerk Wertheim“ rund 100 Glas verarbeitende Betriebe mit Rohglas und Halbfabrikaten. In den 1970er Jahren arbeiteten hier etwa 3.000 Menschen, heute sind es ungefähr 1.700.

1972 kam die zweite Glasschmelze nach Wertheim. Das „Glaswerk Schuller“, heute Johns Manville, hatte sich bereits 1952 mit der Produktion von Textilglasprodukten in Wertheim angesiedelt. Textilglasprodukte sind umgangssprachlich auch als „Glaswolle“ bekannt. Heute besitzt Johns Manville eine eigene Hütte mit zwei Öfen à 60 Tonnen.

Und spätestens 1973 zeigte sich: „Industrie schafft Kultur“: Zu diesem Zeitpunkt beschloss der erste Geschäftsführer des Glaswerks, der Glasphysiker Dr. Hans Löber, die Vielseitigkeit des Werkstoffes Glas der Öffentlichkeit vorzustellen. Er gründete einen Verein, um 1976 das Glasmuseum Wertheim zu eröffnen!

Das „Glaswerk Wertheim“, inzwischen in Besitz von DWK Life Sciences Mainz, wurde 1994 geschlossen. Aus der letzten Glasschmelze haben Wertheimer Glasgestalter in Kooperation mit dem Glasmuseum und der Industrie Glasbausteine geschmolzen und die Glaspyramide am Mainpark gebaut.

1972

1972 erwarb die Stadt Wertheim die Löwenstein-Rosenbergsche Hofhaltung mit dem dazu gehörenden „Kallenbach’schen Haus“. Dr. Hans Löber (1900-1978) veranlasste daraufhin den damaligen Bürgermeister Karl Josef Scheuermann, dieses Fachwerkhaus aus dem Jahre 1577 für das Glasmuseum zur Verfügung zu stellen. Das Haus, genannt „Großes Haus“, musste von Grund auf erneuert werden. Als Mitstreiter fand Dr. Hans Löber Hermann Thees, der ihn mit Rat und vor allem Tat unterstützte. Thees war ebenfalls Unternehmer im „Unruhestand“.

1976

Am 29. Mai 1976 wurde das GLASMUSEUM WERTHEIM mit einer Ausstellungsfläche von 400 qm eröffnet. Auf drei Stockwerken konnte die Vielfältigkeit des Werkstoffs Glas gezeigt werden.

1978

Nach dem Tod von Dr. Hans Löber (1900 – 1978) übernimmt seine Tochter Gertrud Löber die Museumsleitung und wird 1. Vorsitzende des Förderkreis Wertheimer Glasmuseum e. V.

1995

Marianne Tazlari wird Museumsleiterin.

1996

1996 stellte die Stadt Wertheim dem Förderkreis ein zweites Fachwerkhaus aus dem Jahre 1588 mit einer Ausstellungsfläche von 250 qm zur Verfügung. Dieses ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Haus, genannt „Kleines Haus“, wurde von Stadt, Land, Förderkreis und Landkreis von 1996 bis 1997 restauriert.

1998

1998 wurde das „Kleine Haus“ eröffnet und präsentiert dort auf zwei Stockwerken vertiefend zu einzelnen Glas-Themen: wechselnde Ausstellungen, das „Glasperlen-Kabinett“ (seit 1998, Sammlung der Mainzer Wissenschaftlerin Thea E. Haevernik, 1899 – 1982) und das „Wissenschaftliche Glas-Kabinett“ (seit 2012). Wolfgang Schuller wird 1. Vorsitzender des GLASMUSEUM WERTHEIM e. V.

2006

2006 wurde das GLASMUSEUM WERTHEIM anläßlich der Heimattage in Wertheim „völlig neu gestaltet“: als begehbares „Glas-Lexikon“ von A bis Z durch die mehr als 3000-jährige Glasgeschichte und heute 30 Spiel- und Experimentierstationen nach dem HandsOn!-Prinzip des Bundesverbandes Deutscher Kinder- und Jugendmuseum (BDKJM, Mitglied seit 2006).

2012

Im „Kleinen Haus“ entsteht das „Paperweight“-Kabinett mit 600 Briefbeschwerern aus der Sammlung von Peter von Brackel (1928 – 2014).

2016

Ebenfalls als dauerhafte Ausstellung im „Kleinen Haus“ (EG) befindet sich die „Historische Christbaumschmuck-Sammlung“ (Entwicklung der Thüringer und Gablonzer Christbaumschmuck-Industrie ab ca. 1860 bis heute).

2022

Mit Unterstützung von „Neustart Kultur“ wird die Ausstellung des GLASMUSEUM WERTHEIM in beiden Häusern unter dem Leitfaden „Follow the HEART – Folge dem HERZ und entdecke den Werkstoff GLAS“ neu konzipiert und umgestaltet. Das facettierte kristallartige Herz symbolisiert den Facettenreichtum des Werkstoffs Glas und führt zu den 21 HERZstücken des GLASMUSEUM WERTHEIM. Die Museumsleitung wechselt von Marianne Tazlari zu Heike Baumann. Das GLASMUSEUM WERTHEIM erhält den 1. Platz beim Landkreisehrenpreis. Die Museumsleitung wechselte von Marianne Tazlari (1995–2022) zu Heike Baumann. Das Glasmuseum Wertheim erhielt den 1. Platz beim Landkreisehrenpreis (Verleihung im Landratsamt Main-Tauber-Kreis).

2024

Paul Hahmann, 1. Vorsitzende des GLASMUSEUM WERTHEIM e. V. von 2008 – 2024, übergibt den Vorsitz an Bernd Maack.

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